Das Leben liebt
Wir tragen noch immer im Gewand die Steine,
die Dornen ums Haupt
und um die Hände und Füße die Leine.
Wir fallen in die Knie beim Beten,
um uns dann später scheinbar leichter zu erheben.
Wir singen in lauten Tönen,
um die Herrlichkeit zu krönen.
Und wenn wir vor den Toren stehn,
mängeln wir immer noch den Lehm,
der aus der Erde kam,
gebunden, doch zart verstrebt
unseren Körper hält warm.
Wir jammern und klagen des Lebens Sinn,
wir hadern und zagen der Liebe Rinn.
Ach Menschenkind,
so klein und doch so groß,
erkennst noch immer nicht,
wie Gott das Leben schuf famos.
Es gab uns Sterne, Sonne, Mond,
die unsere Wege erhellen.
Es gab uns Schutz über unserem Haupte,
damit wir sanft nieder kommen in Wellen.
Es lehrte uns:
liebe das Leben und lebe die Liebe,
doch wir vertrieben es mit der Hiebe.
Es legte uns die Welt zu Füßen,
mit all seiner Liebe uns zu grüßen,
doch wir taten alles, um es zu verwüsten.
Nun wächst kaum ein Pflänzlein grün,
die Blätter welk und leer,
doch tief im Herzen ist noch mehr.
Ein Lichtlein hell,
so funkelnd und strahlend,
im Quell der Liebe badend,
das nie vergaß,
woher es kam
und reicher war als weniger arm.
Es brennt noch immer vor sich hin
und wartet darauf,
dass ich bin
all das, was das Leben liebt,
so viel mehr es mir gibt.
Du hast gejammert und geweint,
nun erhebe dich
und sei für seine Liebe bereit....