Natürliche Lebendigkeit und Kostbarkeit
Der Baumgeist ächzte und stöhnte
und während das Windeskind durch seine Zweige fuhr,
knarrte sein laubfreies Geäst.
Die dünnen Holzarme bogen sich
und manch einer hielt dieser Kraft nicht stand,
aber der Stamm war stark
und die Äste,die aus ihm hervorgingen,ebenso.
Ich betrachtete ihn eine Weile.
Dann hörte er auf zu stöhnen und sprach:
Danke,dass du an mich glaubst.
Danke,dass du bei mr bist
und danke,dass du mir zuhörst.
Ich vernahm deine Frage der Kinderträume.
Sie sind etwas Kostbares,
etwas Unvergleichliches.
Wertvoller als alle Schätze dieser Erde.
Sie halten lebendig,was die grossen Erdenkinder
schon längst nicht mehr glauben
und sie versuchen,
den kleinen Erdenkindern diese Träume zu nehmen,
damit auch sie eines Tages vergessen haben,
dass es uns gibt,
die Naturgeister der Erde.
Wir sind nur solange lebendig in ihnen,
wie sie es uns erlauben.
Stirbt ihr Glaube an uns,
dann haben wir in ihrem Herzen keinen Platz mehr.
Doch wir leben weiter,in Jenen,
die um uns wissen und Freude an unserem Sein haben.
Sie sehen sie noch,
die Einhörner,Elfen und Feen,
die Gnome,Erdgeister und Drachen.
Und sie erkennen auch die Perle darin,
die ihnen ihre Schönheit schenkt,
sie reich sein lässt an Wissen und Erkenntnis.
Sie leben mit uns,
das Vergangene und das Neue.
Nehmt euren Kindern nicht diese Träume.
...denn Träume werden Wahrheit...
und Wahrheit Wirklichkeit.
In ihnen liegt die Erinnerung,
das alles ist.
In ihnen liegt das Vertrauen,
die Schönheit und der Mut zur Selbstbekenntnis.
Einst war es für alle Erdenkinder selbstverständlich,
dass wir sind und sie kamen,
sprachen mit uns,umarmten uns,
schenkten uns ihre Liebe und Ehre.
Wir waren ein Teil von ihnen
und sie ein Teil von uns.
Dadurch entstanden Sagen und Mythen,
damit nicht alles in Vergessenheit riet.
Hört auf eure Kinder,denn sie sprechen Wahres.
Sie können sehen,was ihr verlernt habt,zu sehen.
Sie hören,was ihr schon lange nicht mehr hört.
Sie fühlen und erleben,was ihr einst erlebt und gefühlt habt...
Wendet euch wieder hin,
dem Teil in euch,
der es erlaubt,daran zu glauben und darum zu wissen.
Lasst euch diese Welt erneut von euren Kindern zeigen.
Geht mit ihnen und erlebt wieder das Wunderbare,
staunt über die Lebendigkeit des Naturreiches
und seid wieder die Kinder,die ihr einst ward.
Lasst euer Herz frei,
haltet es nicht länger gefangen.
Und dann spürte ich wieder den Wind um mich,
hörte das Knarren der Äste.
So hielt ich eine Weile inne und tat nichts.
Spürte die Verbundenheit mit allem
und lies sein.
Dann knackste es und ein Zweig fiel zu Boden.
Ich sah nochmal zum Stamm,
sagte danke,umarmte ihn und verneigte mich
und zog dann mit einem Lächeln meinen weiteren Weg.