...wo-hin...?

Veröffentlicht auf von sema´da

...wo war ich mein ganzes Leben?
...während ich mich sehnte und suchte?...

Ich fand mich an Kriegsplätzen wieder,
an Orten der Not,des Leides und der Armut.
In Zepterpositionen und sitzend auf Thronen.
Im Feuer,das mich verbrannte,aber nicht gänzlich aufaß.
In den Meeren,die mich auf den Grund des Bodens holten.
Ab und an sah ich mich in Augen und Herzen Anderer,
aber in mir selbst sah ich mich nicht.
Ich fühlte mich im Flügelschlag eines Vogels am Himmel,
eines Schmetterlings in der Blüte und sog mit ihm den herrlich süßen Nektar.
Jedoch...,allein war ich nicht imstande dazu.
Ich spürte den Messerstich in meinem Körper,der mich durchbohrte,
das Wort,welches mir ins Gesicht schlug und mein Herz erreichte.
Ich nahm wahr,wie das Blut in meinen Adern geronn vor Schrecken und Furcht.
Ich empfand den Schmerz,der mich all das fühlen ließ.
Aber ich empfing auch die Kraft aus der Wurzel des Baumes.
Begriff das zärtliche Streicheln eines Blattes an meiner Wange als Liebkosung.
Erlebte wie der Wind mich einfach weiter schob,
mal nach rechts,links,mal nach vorne,hinten,mal nach oben und wieder nach unten.
Die Hügeln,auf denen ich mich wiederfand,liessen mich den mühsamen Aufstieg vergessen.
Und die Täler,in denen ich ab und zu ertrank,liessen mich weiter träumen.
Ich erblickte mich im Hass und erkannte Liebe.
Ich vergrub mich in Angst und erkannte Größe und Stärke.
Ich erlitt Schmerz und Not und erkannte das Heil und die Freude.

Und als ich mich umsah,zu mir wandte,
war ich erstaunt...

...ich war wohl nur im Kreis gegangen,denn ich war immer noch bei mir...

und nun verstand ich AllDas und ich lachte laut.

Nein,das konnte nicht wahr sein...
Hatte ich mich so sehr selbst gettäuscht?

Oh ja,hörte ich da eine Antwort und gleich darauf folgten die Worte:"Du hast wunderbar
inszeniert.Bravo."
Ich setzte mich nieder und dachte nach.
Da fiel es mir wie Schuppen von den Augen und beschämt über mich selbst senkte ich
mein Haupt.Ich mußte feststellen,daß ich all die Jahre einem Trugbild hinterher geeilt war,
um dann letztendlich wieder bei mir zu landen.
Und die Stimme sprach sanft in mir:"All Das,was du draußen gesucht hast,ist in dir."
Ich stand auf und erblickte mich im Spiegel.
Erst nahm ich einen verständnislosen Ausdruck in meinem Gesicht wahr,dann schaute ich
noch länger,noch genauer hinein und ich sah einen Funken in meinen Augen.
Feuer,Licht,Hell und Dunkel.
Sterne,Planeten,Kreise.
Alles drehte sich um mich oder sollte ich sagen,ich drehte mich um alles??
Keine Ahnung,aber ein Schwindel erfasste mich und ich ließ mich zu Boden nieder.
Mein Atem ging schwer.Jetzt konnte ich ihn wieder hören wie auch mein Herz,das sehr laut
pochte.Ich spürte plötzlich das Blut durch meinen Körper rauschen und vor meinem inneren Auge
tanzten Wirbel,die wie DNS Stränge aussahen.
Und dann...,ließ alles nach...
Stille kehrte ein,...absolute Stille...

Ich öffnete die Lider und sah die Decke über mir.
Und erneut stellte ich mir die Frage,wo ich mein ganzes Leben war,aber nicht um der Frage
willen...,nein...,um zu begreifen,was da eben passiert war.
Nur diese eine Frage hatte ich mir gestellt und bekam all das zur Antwort.

Das war lustig,...oh ja,das war es.

Noch nie in meinem Leben habe ich so herzhaft über mich selbst gelacht wie in diesem
Moment,noch nie...und es fühlte sich so befreiend an...
War ich wirklich angekommen?
...ja.

Und ich nahm es zum Anlass,meinen Weg anders zu beschreiten.Ich wußte zwar nicht wohin,
aber das war mir jetzt völlig egal...
Ja!Es war mir absolut egal.
Denn in diesem Szenario fand ich mich selbst und in ihm das Leben...

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